Hintergrund und Geschichte

Immunologische Forschung in Mainz

Die immunologische Forschung an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität genießt seit mehr als 30 Jahren hohes internationales Ansehen. Institute mit grundlagenorientierter Forschung und klinische Institute arbeiten hier eng und interdisziplinär zusammen. Modernste Grundlagen- und angewandte Forschung werden kombiniert, um die immunologischen Mechanismen der Entstehung von Krankheiten zu beleuchten und die Immunität von Autoimmunkrankheiten, Allergien, Krebs und Infektionskrankheiten zu beeinflussen. Unsere Forschungslaboratorien sind mit den modernsten Technologien und Geräten ausgestattet; moderne zentrale Einrichtungen und eine optimale Studieninfrastruktur erlauben die Durchführung sowohl von frühen als auch von fortgeschrittenen klinischen Studien.

Die Umsetzung wissenschaftlicher Konzepte in klinische Anwendungen ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Auslaufender Patentschutz, leere Produkt-Pipelines und die wachsende Komplexität der Produktentwicklung in der aufziehenden Ära der individualisierten Medizin bedeuten, dass sich nicht einmal große pharmazeutische Firmen alleine diesen Herausforderungen erfolgreich stellen können. Zugleich behindern die immer strikteren regulatorischen Auflagen und steigende Kosten die öffentlichen Forschungseinrichtungen bei der Überführung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Anwendung. Hier in Mainz glauben wir, dass diese Herausforderungen gemeistert werden können, wenn herausragende Forschungsinstitutionen und auf innovative Produktentwicklung spezialisierte private Firmen zusammenarbeiten.

In den letzten Jahren haben lokale Innovationen zu der Neugründung von regionalen Firmen geführt; einige davon sind mittlerweile unter den führenden deutschen Biotech-Start-Ups. Der regionale, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Spitzencluster Ci3 – IndividualisierteImmunIntervention verbindet die Kompetenz und das Wissen von zahlreichen Forschungsinstitutionen, medizinischen Zentren, sowie Biotechnologie- und Pharmafirmen im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) in Mainz vernetzt alle onkologisch tätigen Einrichtungen vor Ort, von der Grundlagenforschung bis hin zu klinischen epidemiologischen Studien. Ebenfalls in Mainz angesiedelt unterstützt das CIMT-Konsortium (Association for Cancer Immunotherapy, CIMT), eine international führende Forschungskommunikationsplattform, die sich der Förderung innovativer Krebsimmuntherapien widmet, die nationale und internationale Zusammenarbeit durch erleichterten Austausch zwischen Krebsforschern, Regulierungsexperten sowie Entscheidungsträgern aus Forschung und Industrie.

Nach Jahren der Vorbereitung wurde TRON GmbH 2010 als gemeinnützige Institution und strategische Ergänzung zum Forschungsangebot der Mainzer Universitätsmedizin gegründet. Das Institut soll einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen bei der Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten leisten; öffentliche und private Akteure sollen eng zusammenarbeiten und die Lücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und deren wirtschaftlichen Verwertung schließen. An der Gründung des TRON waren die folgenden Partner beteiligt: Das Bundesland Rheinland-Pfalz, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Universitätsmedizin und Prof. Ugur Sahin. Prof. Christoph Huber, ehemaliger Leiter der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mainz, begleitete maßgeblich die Gründung des TRON und ist der Organisation weiterhin beratend verbunden. Prof. Sahin, wissenschaftlicher Gründer von TRON, wurde zum Geschäftsführer des Instituts berufen (http://www.uni-mainz.de/presse/35054.php). Im Juli 2011 wurde Michael Föhlings zum kaufmännischen Geschäftsführer von TRON ernannt.

TRON forscht eng mit lokalen Grundlagenforschern der Johannes Gutenberg-Universität und in der Klinik tätigen Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mainz zusammen. Die Laboratorien sind mit den neuesten Technologien und Geräten ausgestattet, darunter auch ein leistungsstarkes Sequenziergerät der nächsten Generation. Heute forscht und arbeitet ein interdisziplinäres Team von knapp 80 Wissenschaftlern und technischen Angestellten an neuen Möglichkeiten der Krebsbekämpfung.